Ermittlungen nach Tod von Dialysepatientin

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Warten auf Gutachten


Nach dem Tod ihrer Mutter erheben zwei Schwestern schwere Vorwürfe gegen ein Ärzteteam im Bezirkskrankenhaus St. Johann. Laut den Schwestern sei es zu Behandlungsfehlern gekommen, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Laut dem Krankenhaus gebe es derzeit keine Hinweise auf Behandlungsfehler.

Im Mai 2023 verstarb die 63-jährige Johanna Di Luca an einem Riss der Hauptschlagader. Laut ihren beiden Töchtern völlig unerwartet. Die Frau war zu dieser Zeit dialysepflichtig. Die beiden Schwestern werfen den behandelnden Ärzten nun mögliche Behandlungsfehler vor.

Probleme nach Dialyse

Nachdem der 63-Jährigen eine Niere entfernt worden war, wartete sie auf eine Spenderniere. Zur Überbrückung war sie dialysepflichtig und kam dafür regelmäßig ins Bezirkskrankenhaus St. Johann zur Behandlung. Ab diesem Zeitpunkt habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. „Es sind Dinge wie ein viel zu hoher Blutdruck aufgetreten, Erbrechen, Kopfschmerzen, die es davor nicht gegeben hat. Es liegt schon nahe, dass es einfach an der Dialyse gelegen ist“, so Birgitta Di Luca, eine der beiden Töchter.


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Laut dem Krankenhaus hätten laut den bisherigen Ermittlungsergebnissen keine Behandlungsfehler vorgelegen

Nach ihrem Tod im Mai 2023 wollte die Familie den Sachverhalt auf anderer Ebene geklärt wissen und ließ sich seither von einem Anwalt vertreten. „Es geht den Angehörigen darum aufzuklären und im Grunde genommen auch zu warnen, dass in Krankenhäusern Dinge passieren können, die zum Tod von Menschen führen“, so der Rechtsanwalt Mathias Kapferer. Laut ihm gehöre ein solcher Vorfall auch entsprechend aufgearbeitet.

Gutachten „wenig aufschlussreich“

Vor fast zwei Jahren leitete die Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Ermittlungsverfahren wegen grob fahrlässiger Tötung ein, nachdem eine Sachverhaltsdarstellung zugeschickt worden war. Das Ergebnis eines ersten Gutachtens sei jedoch zu wenig aufschlussreich. Das Gutachten kam lediglich zur Erkenntnis, dass es eine weiteres Gutachten aus dem Bereich der Thorax-Herzchirurgie braucht, so Hanjsörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck.

StA-Sprecher Hansjörg Mayr


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Laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Hansjörg Mayr war das erste Gutachten wenig aufschlussreich

Von der Rechtsvertretung der behandelnden Ärzteteams hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme: „Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse hat im Bezirkskrankenhaus St. Johann kein Behandlungsfehler vorgelegen. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund des noch laufenden Verfahrens keine weiteren Details bekannt geben können.“ Die beiden Schwestern Birgitta und Stefanie Di Luca wollen ihrerseits noch ein externes Gutachten erstellen lassen.

Original Quelle:

orf.at

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